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DIE ORGEL DER LIEBFRAUENKIRCHE
 

Die Orgel wurde nach der Umgestaltung des Chorraumes im Jahre 1987 an die Nordseite der Kirche verlegt.




Die Mayer-Orgel




Die neue Orgel der Pfarrkirche Liebfrauen

Aus der Festschrift zur Orgelweihe im Advent 1989

Bei dem Neubau der Orgel für die Pfarrkirche Liebfrauen in Darmstadt galt es im besonderen, einen Standort zu finden, welcher eine optimale Klanggestaltung des Werkes ermöglicht und zugleich ein Zusammenwirken zwischen Chorsängern, Instrumentalisten und Orgelwerk ermöglicht. Nach reiflichen Überlegungen entschieden sich die Gremien mit mir für eine seitliche Aufstellung an der großen Giebelwand des Haupteinganges. Durch den vorhandenen Niveauunterschied zum Kirchenschiff ist hier eine gute Voraussetzung für das musikalische Wirken geschaffen.





 

Die beiden Manualwerke sind übereinander eingebaut, wobei das Hauptwerk hinter den fünf Feldern des Obergehäuses eingebaut wurde und das II. Manual in einem Kasten mit beweglichen Jalousien steht, um so die einzelnen Klangfarben besser nuancieren zu können. Der Einbau dieses Werkes erfolgte im eingezogenen Untergehäuse, hinter drei Prospektfeldern, welche durch das Register Octave 8' (ab c) gebildet werden. Die Pedalregister sind auf einer gemeinsamen Windlade hinter dem Hauptwerk, durch einen breiten Stimmgang getrennt, eingebaut.




 
 

Bei einer reichhaltigen Disposition mit 28 klingenden Registern sind die einzelnen Pfeifenfamilien vielfältig vertreten. Die Principale als eine der tragenden Pfeifenreihen vom Principal 16' im Pedal bis zum Octävlein 1' im Schwellwerk. Ebenso vertreten sind die verschiedensten Flötenstimmen, offene, halbgedackte und gedackte. Auch die romantische Epoche ist mit einer Streicherstimme und Schwebung präsent. Nicht unerwähnt darf in dieser Aufstellung die Nennung der reichhaltigen Aliquotstimmen bleiben, von der Einzelquinte bis zum Sesquialter. Die beiden vielchörigen Mixturen, im Hauptwerk bis zu 6-chörig, verleihen der Orgel eine schillernde Klangkrone, im Gegensatz zu den kräftigen Zungenstimmen in allen drei Teilwerken, welche der Orgel ein kräftiges Tutti bereiten.

Möge diese neue Orgel der ganzen Gemeinde von Liebfrauen eine gern gehörte Dienerin in den Gottesdiensten sein und darüber hinaus die Freunde der Orgelmusik weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus durch ihren Klang begeistern.

Heusweiler, im Oktober 1989
Gerd Mayer, Orgelbaumeister




Orgeldisposition




 

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